Ich hab den groszen überregionalen zeitungen disen artikel angeboten, da sind täglich voller artikel über Brasil sind. Die waren aber an die meinu von a brazili nich interessiert, sie schicken oft leute rüber, die noch nie im land waren und oft nich einmal die sprache können. So is der artikel im Freitag-Magazin (zwar überregional aber nich unbedingt das gröszte) erschinen und hir. Ein langer artikel, get aber nich anders, wenn ma gegen die strömung schreibt…  

Es is zum mäusimelken, was man all über Brazil in Deutshland und warscheinlich vilerorts in der welt liest und sit. Was kommt auf dem cavver, der Zuckerhut plus papagei oder samba-schul? Clar, im hintergrund die favela. Samba und fussball dürfen natürlich auch nich felen, dabei is samba die music der region Rio de Janeiro, und wird selten woanders gehört. Die brüller in Brazil sind rock-popp, brazilian und USan, und ‘sertaneja’. Das is so eine art cantri-music mit der schnulze vo die deutshe schlager. Ausserdem gibt es eine menge pernas-de-pau, “holzbeine”, die sich nich für fussball interessiren. In Africa wollten vilo, das ich inen das richtige fussballspilen beibring, dabei ham sie vil besser als ich gespielt. Ich hab mich immer mit eim grad acuten knieprobleem herausgeredet.

OK, die berichterstatt is warscheinlich diferenzierter als vor ein par jaren, aber vilu wird einfach blind von andren medien übernommen, und wenn man im land is, suchen die augen nach bestätigu der informacionen, die oft clischees sind. Sind die brazilis langsam? Vileicht. Aber was soll als simbol vo die deutshe schnell eficienz hergenommen werden, der berliner flughafen oder die Deutshe Ban? In puncto pünctlichkeit (wie auch im comfort) könnte die Deutshe Ban einigu vo die braziliano busse lernen, und braziliano flüge gehören nach flightstats.com zu den pünctlichsten der welt. Was is mit der eficienz vo die Deutshe Telekom, die mir ein brif schreibt, in dem erklärt wird, warum mein anschluss gekappt wurde: die Telekom hat kein adresse von mir. Das schicken sie an mein adress. Die deutshis sind trotzdem weltmeistis in hektik, nur, warum sollte ma die brazilis ausgerechnet mit die deutshis vergleichen, und nich mit der ganzen welt? Ma kann davon ausgeen, das je reicher das land, desto schneller arbeiten die leut – mit der ausname der Swiss – und da wären 1/5 der weltbevölkeru schneller, dafür 4/5 langsamer. Der bum is und war kein richtiger bum, und der abschwung is auch kein richtiger abschwung, sondern ganz normale variacion innerhalb des spectrums, in dem das land wäxt – deutlich weniger als China, deutlich mer als Europa. Mit erdöl hat das ganze nich ser vil zu tun, die situacion is zwar besser als vor ein par decaden, als 90% von alle brazilian importus aus erdöl bestanden. Nu hat das land angefangen, etwas öl zu exportiren, und es wird mer werden, sobald ma sich durch ein par tausend meter wasser und segrund gebort hat. Aber ein Saudi Arabia is das land lange noch nich, und ma benützt keine 100-dollar-scheine als toalettenpapir.

Brazil is die zweitgröszte lebensmittel-exporti der welt, es exportiert auch massenweis etanol nach China und India, genug das alle chinis und indis besoffen werden können, somit is es einerseits richtig zu sagen, das land is rostoffliferi. Andrerseits produziert das land mer PKWs als die USA, es is die drittgröszte flugzeugherstelli, die virtgröszte schiffherstelli, und ein guter teil der produccion wird exportiert. So is das land a rostoffliferi wie die USA: man exportiert zwar vile rostoffe, is aber weit davon entfernt, a reine rostoffliferi zu sein.

Und dann der satz, den sich die braziliano mittelclasse zugelegt hat, seit Lula an die macht gekommen is: in Brazil grassiert die corupcion, und die hospitäler, schulen,  straszen verkommen weil das ganze geld in die stadien investiert wird. Der satz wird milionenfach widerholt, von den medien in Brazil übernommen – die medien gehören zwar dem groszkapital, werden aber von redaktis und journalis betriben, die eben diser tradicionellen mittelclasse angehören, das heisst der mittleren und oberen mittelschicht. Ein geschlossener zirkel: die mittelclässis in den medien erzälen den leuten in irer mittelclasse, was sie hören wollte: das allu scheisse is. Und die internacionalen medien widerholen es bis zum abwinken, aber dadurch werden dise etablierten warheiten nich warer. Oder sie werden zu einer sich selbst erfüllende profecei, das heisst, es kommt zur groszen crise Weil die medien sie dauernd heraufbeschwören.

Um die situacion zu versteen, müssen wir etwas zurück in die zeit. In den 60er und 70er jaren setzte in Brazil die grosze industrialisiacion ein, das land wux damals wie China in den letzten jaren gewaxen is. Ma sprach von drei wirtschaftswundern: die japaniano, die deutsh und die braziliano wunder. Die japaniano wirtschaftwunder kam zustande, weil die japanis so discipliniert sind, westliche producte copiren und sie perfeccioniren können. Die deutshe wunder rürt vom organisacionstalent und dem hohen bildungsnivo der populacion her. Die braziliano wirtschaftwunder widerum, das is wirklich ein wunder, das kann ma nich erklären.

Jedenfalls hatte die braziliano mirakel seine schattenseiten: das land mauserte sich zwar zur achtgröszten economische macht, aber über die hälfte der populacion blib arm, ein fünftel sogar bitterarm. Zu der zeit tauchte der Gini-Coeficient auf, der die social injustiz eines landes misst. Da hat sich Brazil als der champion der socialen injustiz herausgestellt. Ma könnte auch die posicion im pro-kopf-einkommen mit der posicion im HDI  (Human Development Index) vergleichen, das lebensqualität mitzält: da wär das land zwar immer noch ungerecht, aber nich eines der ungerechtesten. Aber keini war wirklich interessiert, das ganze aus eim andren winkel zu betrachten, ma hatte schon den übeltäti: Brazil, das ungerechteste land der welt.

Anfang der 80er kam der grosze sturz, das land war nahe der insolvenz, die inflacion betrug an manchen jaren 2.000%. Es gab eine armada von angestelltis, die nix anders den ganzen tag taten, als preise in den supermarktregalen auszuwexeln. Die wende kam mitte der 90er jare: der social-democratische präsident Fernando Henrique Cardoso, auch FHC genannt, besiegte heldenhaft die inflacion, das internacionale capital floss wider ins land, die restlichen groszen autoherstellis, die noch keine fabriken im land hatten, eilten zum Zuckerhut, wie man in Deutshland vermutlich sagen würde. Vile linke waren von FHC enttäuscht, da er als weltbekannter linker sociologe so freundlich dem capital gegenüber wurde, sobald er an die macht kam. Dabei wurden unter seiner regiru merere arten von socialhilfe eingefürt, und zum ersten mal is die diferenz zwischen den reichsten 10% und den ärmsten 10% kleiner geworden.

Eigentlich hatte er schon mal davor bei eim interviu gesagt: wenn wir mit umverteil anfangen, wird die mittelclasse gewaltig motzen. Er tat es in seine regiru trotzdeem, und so wanderten immer mer arme in die untere mittelclasse. Er wurde von der tradicionellen mittelclasse nich ausgebut, und das vermutlich aus zwei gründen: erstens war er die grosze besigo der inflacion, und zweitens hat er die ganze chose relativ discreet behandelt. Seine hauptsorge galt nich dem waxtum, sondern der stabilität, und trotzdem wux das land, auch wenn es immer wider ein par stolper gab.

Lula gewann 2002 gegen die neu candidato der social-democratischen partei PSDB, er schaffte wie sein vorgango den spagat zwischen capitalfreundlichkeit und linker politic. Er bündelte die sociale programme, benannte sie um und hängte sie an die grosze glocke. Da wachte die mittelclasse auf: Hey, ver financiert disen ganzen unsinn? Arbeitulosigeld, socialhilfe – die regiru kauft sich doch nur stimmen! Und dann wollen die leute nich mer arbeiten! Wo hab ich das schon mal gehört?

Es gibt für die hassu noch andre gründe: Lula war als kind nur wenige jare in der schule (erst als erwaxeno machte er abitur per fernkurs), und er is noch stolz darüber! Was für ein unterschid zum letzten präsidento, der schon in den groszen universitäten der welt unterrichtet hat! Die mittelklasse im südosten und süden hatte noch ein grund, ihn nich zu mögen: er stammt aus dem armen nordosten, und auch das hängte er an die grosze glocke! Die nordestinos, die nordostis, sind so populär im süden wie die türkis in Deutshland. Oder neuerdings romenis und bulgaris.

Ich kann mich an so vil hass, so vil polemik in der braziliano politik nich erinnern, wie an die, die nach der wal Lulas entstanden is und sich auf die regiru von seine nachfolga Dilma Rousseff übertragen hat. Die ca. 60% der populacion, die Lula und Dilma gewält ham – el arme, meist braune menschis, die allmälich in die untere mittelschicht wexeln – vergöttern meistens die beidis, wärend die tradicionelle mittelklasse sie wie die pest hasst. Und die medien schüren dise hass.

Es is nich so, das dise mittelklasse ekonomisch unter der regiru der Arbeitipartei leidet: für el armis und die richtig reichis is die lebu besser geworden, auch die tradicionelle mittelklasse lebt besser, auch wenn nich so vil besser wie die andris. Ärgerlich is, das dise braune leute nu auch in den flugzeugen sitzen, dabei is die mittelklasse nich zur ersten klasse befördert worden, sondern sitzt weiterhin in der economy, zusammen mit dem “povinho”. Das “völkchen”, wie’s in Brazil heisst, hat nu mer geld, aber null cultur, ma merkt es schon an irem walverhalten, sie wälen die falschis! Schuld is die regiru, klar. Das alle besser verdinen, hat einerseits damit zu tun, das die zweianhalb miliarden chinis und indis mer geld als früher ham und nich genug soja und etanol aus Brazil bekommen können. Es hat aber auch damit zu tun, das mit dem ekonomischen aufstig von el armis ein ser groszer markt entstanden is, zum exempel is Brazil der virtgröszte automarkt der welt, die teuerste werbeminute auf dem planeten findet ma bei die braziliano TV Globo.

Nu, über eine erzwungene solidarität zu reklamiren, is nich special schön und elegant, also muss die regirung aus andren gründen kritisiert werden: also war die korupcion noch nie so schlimm, und der zustand der schulen, hospitäler und straszen is angeblich katastrofal, weil das ganze geld für die WM ausgegeben wird.

Ma fragt die leute, ob sie irgendwelche korupcionsstatistiken von früheren zeiten mit denen der heutigen zeiten verglichen ham, sie können natürlich damit nich dinen: “Stet überall, weiss jedi!”. Früher gab es überhaupt keine statistiken dazu, seit wenigen jaren versucht die organisacion Transparency International die korupcion in der welt zu messen, was schon fast so is, wie eine statistik für perfekte morde aufzustellen. Jedenfalls wird auf iren tabellen klar: je ärmer das land, desto korupter, also is Danmark nahezu korupcionsfrei und länder wie Kongo und Somalia gehören zu den koruptesten. In der relacion is Brazil kein knabenkor, ein drittel der länder der welt is weniger korupt, dafür sind zwei drittel der länder (4/5 der weltbevölkerung) korupter, und Brazil is sogar ein par posicionen besser auf der korupcionstabelle, als ma von seiner ökonomischen performance her erwarten würde. Und immerhin hat die präsidentin Dilma Rousseff schon 7 ministris wegen korupcionsverdacht gefeuert.

Was die straszen betrifft: so gut wie swissish oder deutsh autobanen sind sie eer selten. Nur: ich hab Brazil 5 mal durchqueert, das letzte mal im letzten jar, und die straszen sind vil besser als vor 20 jaren, als nach langer krise die braziliano straszen wie eine kraterlandschaft aussan. Vor einigen dekaden hatte fast jedes poplige land in Westeuropa mer autobanen als Brazil, heutzutage schafft es nur noch Deutshland. Klar, Brazil is grosz, aber schlechter als früher kann ma das doch nich nennen.

Der analfabetismus is gesunken, die universitäten ham sich stark vermeert, aber ich kann mir vorstellen, das die leute recht ham wenn sie sagen, das nivo is gesunken. Das is aber kein specifisch braziliano fänomeen, sondern ein weltweites – auch in Deutshland wird es nich grade besser, hört ma. Die statlichen hospitäler ham selten swissishe nivo, aber was versteet dise mittelklasse schon von statlichen hospitälern, wo doch die leute seit dekaden privat versichert sind? Immerhin gibt Brazil proporcional mer für gesundheit aus als 3/4 der länder der welt.

Es is war, das stadien gebaut wurden, die für die entsprechende stadt so nötig sind wie ein farrad für ein fisch. Es is die milionärste veranstaltung weit und breit, von disem kuchen wollen vile was haben. Und klar, wenn ein land eine WM veranstalten will, muss es für die FIFA erstmal die hose runter lassen. Korupcion, regionalpolitik, ökonomische interessen – fakt is aber, das das land bisher um die 3 miliarden dollar für stadionbau ausgegeben hat, für die gesundheit sind es in der zeit 580 miliarden gewesen, also wenn ma die stadien nich gebaut hätte, wären die leute 0,3% gesünder – wenn die leute schon nich merken, das die leberwartung um 10% gestigen is, wie sollen sie eine 0,5%ige verbesserung warnemen?

Klar, wenn die medien schlechte hospitäler oder straszen finden und zeigen wollen, finden und zeigen sie sie. Das muss auch nich boshaft gemeint sein, das is sogar ire pflicht, die missstände zu zeigen. Andrerseits gibt es zum beispil eine risen industrie, die vom sensacionalismus lebt, vor allem bei der kriminalität. Vor einigen jaren gab es sogar ein sender, der morde bestellt hat, um als erster am tatort zu sein.

Ma wirft jeden stein auf die regirung, den man auf dem weg findet. Dauernd werden statistiken veröffentlicht, die Brazil mit andren ländern vergleichen, und natürlich werden immer die verglichenen staten handverlesen gewält, damit Brasil schlecht abschneidet. Zum beispil sit man eine tabelle, auf der das waxtum mit andren BRIC-ländern verglichen wird, daneben eine tabelle mit dem prokopf-einkommen der USA und der westeuropano lend. In beiden is Brazil schlusslicht – würde man umgekeert das prokopf-einkommen mit den BRIC-ländern und das waxtum mit Westeuropa vergleichen, stünde ma blendend da, das is aber nich der sinn der übung. Vor kurzem erschin eine studie, die bewis, das ma nirgendwo sovile steuern zalt und so wenig dafür bekommt. Zum beispil zalt man in Brazil 34% an steuern, in Danmark 25%, aber die dani wird 79 jare alt, die brazili nur 73, also bekommt die dani mer gesundheit für das was er zalt – sagen sie. Was ma vergisst is, das die dani 4000 dollar im monat verdient, die brazili fast 1000, also zalt die dani sovil an steuern, wie die brazili verdient. Da vergleicht man äpfel mit birnen. Is der denkfeler absichtlich oder vernebelt das wunschdenken alles?

Ma beschwert sich auch über die kriminalität. Die stadt Sao Paulo is inzwischen so sicher oder gefärlich wie Frankfurt, sie is aber grade eine der sichersten städte in Brazil. Auch in Rio und in andren groszstädten is die kriminalität tendenziell zurückgegangen, dafür is es in kleineren städten, vor allem im norden und nordosten, schlimmer geworden. Nach dem jar 2000 is die kriminalität in Vitória stark gestigen, die einwoner erklären es so, das die kriminellen sich in Rio wegen der massiven polizeipräsenz und der verfolgung nich mer sicher fülten und nach Vitória ausgewichen sind. Insgesamt gilt das land immer noch als gefärlich, nich nur wegen den räubern sondern auch wegen der polizei. Es gibt nur ein kleinen trost: das land is nich mer unter den top ten…

Sogar für die staus muss die regirung herhalten. Aber was erwartet ma zum beispil in Grosz-Sao Paulo, wo fast 3000 neue autos Täglich in die stadt reingepumpt werden? Ja, möchte ma den wolstand vo die Swiss mit dem fliszenden verkeer von Nordkorea? Vile mittelklässler jammern, das sie sich keine hausangestellte mer leisten können, weil mit den erhöten lönen und socialen abgaben sie praktisch unbezalbar geworden sind. Ich kann denen nur sagen: a Swiss mit sklaven frei haus gibt es nich.

Dilma Rousseff is vermutlich kompetenter als ir vorgänger Lula, aber sicher nich an ausstralung und karisma. Und sie hat nich so vil glück wie Lula hatte. Der binnenmarkt wäxt weiter, aber China und India waxen nich mer so schnell, also wäxt der export von soja und etanol nich mer so zügig. Is eigentlich gar nich schlimm, es muss nich alles rasant gen. Nu kommen aber drei jare dürre in groszen teilen des landes dazu, und zu allem überfluss streiken grade bussfarer, bundespolizisten, lerer und andre: selten war die regirung so erpressbar, es werden sicher mer streiks kommen. Dazu die demos von milionen unzufridenen in der mittelschicht, plus die versprengten fundamentalistischen linken, und leute, die’s toll finden, sich mal richtig in eim supermarkt bedinen zu können one an der kasse warten zu müssen. Naja, wenn ich eine supermarktschlange meiden kann, tu ich das auch. Nu, das alles get den medien zu weit, an kaos sind dann auch sie nich interessiert.

Ein paradies für alle is Brazil lange noch nich, es gibt noch probleme mit armut, kriminalität, umwelt, ausserdem fegt eine verbotswelle über das land, wo sich raucher schon fast unter der brücke verstecken müssen. Alkoholverbote vermeren sich wie die kaninchen: die brazilis waren die gröszten schnapssäufer der welt und sind jetz nur noch nummer 15 – eine schande! Der gesundheitswan und die sicherheitsbesessenheit greifen um sich, und dann noch die ganzen evangelikalen, die pfingstler, die vermutlich in eim oder zwei dekaden die merheit im lande stellen werden. Ma verbitet alles was eim in die quere kommt, und leider meinen ser vile, es is gut so. Was ich nich mag, gehört verboten. Am ende wird Brazil nich wie die Swiss, sondern wie el USA, wer weiss auch mit deo- und parfumverbot in behörden und restaurants. Das gibt es in Brazil nich, dafür knutschverbot in manchen lokalen und shopping centers.

Brazil hat in den letzten jaren einiges geleistet, es leit sogar Europa geld aus, damit der kontinent mit seiner krise fertig werden kann. Braziliano multis machen sich in der welt breit – nich wenige ham a deutshe name, wie Gerdau (stal), Odebrecht (baugewerbe) und H. Stern – und der gröszte brauereikoncern der welt (auch in Deutshland) is belgish-brazilian. Vil wichtiger is aber, das Brazil heutzutage zu den wenigen ländern gehört, in denen sich die schere zwischen reich und arm tendenciell schliszt. Im sertao, dem inland der nordostens und armenhaus von Brazil, stet nu fast in jedem dorf ein krankenhaus, wo vor 30 jaren die leute nich einmal wussten, was aspirin is. Die leute gen nich mer zu fusz oder auf eim maultir von A nach B, sondern sind mit motorrad oder auto unterwegs. Die städtchen werden sauber und putzig gemacht, die schulbusse kommen in die entlegensten dörfer und holen die kinder ab, in den periferien der groszstädte stet an jeder ecke a sporthalle, und vile bars veranstalten heutzutage poetry slams. Für brazilis wie mich is das alles rürend zu beobachten, ich bin es nich gewont. Ich gehör zwar auch zur tradicionellen mittelmittelklasse, und trotzdem zu den optimisten.

Es is schon absurd: optisch wird ein Brazil präsentiert, das zu 90% aus favelas zu besteen scheint, dabei leben grob gesagt 20% der brazilis in favelas. Inhaltlich hat ma den eindruck, 90% der brazilis sind gegen die regirung, dabei sind es grob gesagt die 40% der tradizionellen mittelschicht. Wärs verkeert rum, wär es immer positiv, so is es immer negativ, und weder bilder noch inhalte reflektiren eine merheit.

Ja, ansonsten is es nich ser erfreulich, brazilian ortsnamen, ausdrücke und wörter espanian oder halb espaniano geschriben zu sen, und im fernseen falsch ausgesprochen zu hören. Wenn ir es nich wisst, fragt mich doch! Oder würdet ir euch freun, wenn ir im braziliano radio von der stadt Fräänkfört hören würdet? Ausserdeem glauben vile journalisten nach jarelangem aufenthalt, das das wort ‘gringo’ in Brazil für USis oder blond europis stet. Dabei stet es in Brazil für jeden ausländer, also sind auch paragis und colombis gringos. Die ärgern sich zu tode wenn sie das hören.

Jedenfalls: wenn ma schon so unzufriden is mit die braziliano politikis, glaubt sie sind alle korupt und sich so gerne mit der Swiss vergleicht um sich zu versichern wie’s eim schlecht get, kann ich nur vorschlagen, das ma die regirung autsorst – ma könnte zum beispil a swisso als landespräsidenten nemen, und da fällt mir auch gleich ein name ein, der als swisso sicher über jede korupzion erhaben is: wie wärs mit Sepp Blatter?