Schon am bahnhof wissen wir nich mehr wo’s lang geht – Kim geht uns jetz schon ab. Mit etwas mühe find i den weg zum u-bahnhof. In China muss man je des gepäckstück in je dem bahnhof scannen lassen, auch in je dem u-bahnhof. In den stadtbussen is das immerhin nich nötig, warten wir ab wi lang das so bleibt. Die u-bahnen sind voll, egal zu welcher zeit, wobei verglichen mit der tokyoter u-bahn, wo die leute fon den wächtern reingepresst werden bis sie nur noch die hälfte ihres volumens ha ben, is die beijinger u-bahn eine einöde. Essen und trinken darf man auch nich, wie in fi len städten im westen – die gemütlichkeit wird der sicherheit geopfert, und wenn es nich die sicherheit is, dann das sparen. Die putzkräfte müssen nich so lang arbeiten, damit kan man sparen, vor allem weil putzkräfte heutzutage so viel kosten, in China ganz besonders.

Die überbleibsel der gruppe B aus Nordkorea treffen sich am Tien An Men, also am Platz des Himmlischen Friedens, wo vor 20 jahren ai ne meng e protestler ungewollt den himmlischen frieden fand. Der platz is gesperrt, man sieht soldaten, irgendwas wird da zelebriert. Kom men tun Steffen und Enrico, ein berliner aus Brandenburg. Wir se hen uns, kön nen a ba nich miteinander spre chen we gen da groszen menschen meng e. Zwei jung e chi nesinnen ste hen ne ben mir, eine lächelt mich an, wir beginnen ein gespräch. Sie wirken sehr spontan, schauen nett aus, sa gen, si sin au touristinnen, kommen aus der provinz und bleiben ai ne wo che hier. Si fin den mei nen ohrring “cute”, nett. Irgendwann fra gen si mi ob ich nich mit i nen ai nen ka fe trin ken ge hen will, i bin mit den an deren verabredet und muss sie fragen ob sie lust auf eine gröszere run de ha ben. Enrico is gar nich begeistert – tut mir leid, mädels, vielleicht morgen, si ge ben mir i re te le fon nu ma. Enrico zeigt mir dan ai ne passage aus seinem reiseführer, über mädels die touristen zu le den schleppen, die astronomische preise für irgendein kleinscheiss fa lang en. Die gruppe B, ich inklusive, geht zu einem naschmarkt, in dem ziemlich alles gekocht, gebraten und geröstet wird, was kreucht und fleucht. Enrico hat schon mal ein skorpion gegessen, fand ihn aber nich besonders lecker. Diesmal ess ich nur ein paar fleischknödel, die hoffentlich nich mit skorpionen gefüllt sind – sie schmecken jedenfalls gut. Die preise sind übrigens freundlich, auch wenn shon lang nich mehr so freundlich wie früher. Eine flasche mit mehr als einem halben liter bier kostet 1 euro oder weniger, ein essen kostet zwischen 2 und 5 euro, ich meine natürlich was ich ess – si cha kan man au in China für viel geld essen, nur, da geh ich nich hin. Und falls einem mal schlecht werden sollte we gen dem essen, kein problem: alle paar hundert meter findet man eine öffentliche toilette, und muss sich nich in ingendwelche restaurants wie ein dieb einschleichen. Die toiletten sind viel besser geworden, jetz sind es kai ne an ein an da gereihte löcher am bo den son dan richtige ka bi nen mit türen. Für raucher is das land noch ein richtiges paradies: man darf nich in den bahnhofshallen rauchen, dafür auf den bahnsteigen. In den zügen darf man nich in den abteilen rauchen, dafür in den zwischenabtei len un im restaurant. In den fastfood-ketten darf man nich rauchen, dafür überall sonst in da gastronomie. Da wird sogar geraucht wo steht, dass es verboten is. Und nich wenige rauchen während sie essen. Die verbote sin übrigens nich teil der verbotswelle im westen, son dan waren shon seit den ko munistischen zeiten da. In einem hotelzimmer steht, dass es verboten is, im zimmer zu rauchen, un da ne ben steht ein aschenbecher.

Das fernsehen is auf chinesisch gesprochen, und alles kommt mit untertiteln – die sin au auf chinesisch. So was hatte ich noch nich erlebt, is aber logisch: bei der dialektenvielfalt bleibt i nen nix anders übrig.

Normalerweise glaubt man in Europa, dass chi ne sen kein R ha ben. Dabei is kein laut auffalender im chi ne si shen als das R. Es is ein “gerolltes” R wie im eng li shen, nur noch stärker gerollt. Das eng li she R is für sie ein eigenes laut. Das nor ma le tzung en-R wi ihn ba yan un i ta li e na ausspre chen er ken nen si ab dem 10. lebensmonat nich als R son dan als L, und sprechen es entsprechend aus. Schwierig sin die sch-laute: chinesisch mit rö mi shen buchstaben heisst pinyin, un da hat man das C, das ungefähr ai ne mi shung is aus DS und SCH. Das CH is ein stark gehauchtes TSCH, also wenn man ‘cha’ sagt, hört sich das wie TSCH-HA an. Das D vor I klingt ein bisschen wie DSCH, das J klingt wie ein TSCH, das Q klingt wie ai ne mi shung aus Z und SCH, das SH is ein stark gehauchtes SCH, das X is wie ai ne mi shung aus CH (im wort ‘ich’) und SCH, und das ZH is wie ein DS tzu sa men mit einem SCH, aber doch anders als ein C. Alle diese laute un ta shai den sich fon ein an da, nur aus len da kön nen die un ta shi de nich hören. Un dan ha ben si noch die tö ne, die man sich als aus len da übahaupt nich mer ken kan. Mao im fallenden ton heisst ‘westen’, im steigenden ton ‘katze’, im fallend-und-dann-steigenden ton ‘schamhar’, usw (trau meinen tonbescheibungen nich!). So sollte man mit dem ton gut aufpas sen wenn man die katze einer dame schmeichelt.