Hat das handy sein weckdienst eingestellt oder hab ich ihn falsch eingestellt? Egal, ich sollte um 5 aufstehen und bin um 7 wach, ein viertelstunde bevor der zug nach Beijing wegfährt. Eine richtige katastrophe, ich renne los, find zum glück schnell ein taxi und komme noch 2 minuten bevor der zug abfährt – er fährt tatsächlich pünktlich ab. Ich musste erste klasse nehmen, weil es schon lange in der 2. klasse keinen platz mehr gab. War aber nich schlimm, es kostete wie eine fahrt mit zweiter klasse nach Berlin, dabei is man anderthalb tage unterwegs. So wenig zahlt man nur in der Mongolei, wenn man dieselbe fahrt in Deutschland oder Russland kauft, kostet sie viel mehr. In der 1. klasse sind es nur 2 betten pro abteil statt 4. Und ein sessel. Ich setz mich auf den sessel hin und freu mich dass ich die ganze kabine für mich hab. Aber als der zug losfährt, kommt noch ein junger mongolischer student. Und nach 5 minuten weist die zugbegleiterin noch einen mongolen in unser abteil. Ey, wieso sind 3 leute in meiner kabine? Zum ersten mal in meinem leben fahr ich erste klasse und das abteil is überfüllt? Und dann noch zwei mongolen, mit denen man nich reden kann, es sei denn, man is selber einer?

Wir fahren durch die wüste Gobi, die ziemlich leer is, naja, es is gleich wochenende. Wer hier eine tour durch sie macht, sagt dass sie sehr interessant und abwexlungsreich is, die strecke mit dem zug is leider nich so prickelnd, zumindest solang es tageslicht gibt un man was sehen kann. An da grenze mitten in da nacht braucht der zug 4 stunden um weiter zu fahren: alle wagen werden getrennt, aufgehängt und kriegen ein neues fahrwerk, damit sie in China fahren können. Die chinesische immigration is absolut kein problem, man gibt seinen pass während der fahrwerkumstellung ab und kriegt ihn eine halbe stunde später mit dem stempel wieder. Ein kinderspiel im vergleich zu vielen ländern und vor allem im vergleich zur sogenannten gröszten demokratie der welt, den USA. Un nu schläft der mongole noch auf meinem bett, ich schmeiss ihn raus, schlafen möcht ich schon auf meinem bett, und ich hab bezahlt, er vermutlich nich – man verkauft hier keine fahrkarten wenn alle plätze besetzt sind.

Man kommt an ein paar chinesischen dörfern mit weniger als 5 millionen einwohnern und nich mehr als einigen hunderten wolkenkratzern vorbei – der chinesische bauunternehmer überlegt sich nich, wieviele stockwerke sein hochhaus ha ben soll, sondern ob er ein oder zwei dutzend davon baun wird. Dann fährt man fon da hochebene in die tiefebene runter, schöne landschaft an einem flusstal entlang, man fährt dann noch anderthalb stunden an wolkenkratzern un fa briken entlang, un shon is man in Beijing, der hauptstadt vom land, wo alles in da welt heutzutage herkommt ausser guter musik und fussball. Ich frage wo ich geld wexeln kann und ein typ an einem schalter fragt zurück, “change money?”, dann zeigt er wo ich hin muss. Er möchte noch sagen, ich muss über die brücke, the bridge, aber so schwierige wörter kann er noch nich. Mehrere chinesen können jetz auf english radebrechen oder wenigstens ein paar brocken, zumindest in da hauptstadt. Sie verabschieden sich mit ‘bai bai’ un si ha ben gelernt, dass man mit mimik kommunizieren kann, ausserdem verstehen sie viel besser ausländer die chinesisch falsch aussprechen, was praktisch immer der fall is.

Beijing hat viele imposante gebäude, gewagte architektur, aber ausserhalb des zentrums gibt es noch altchinesische viertel und millionen kleinen gassen, favelas a la chinoise sozusagen. Alles relativ sauber, nur ein bisschen chaotisch. Un nu sitz ich auf der terrasse der bar vom kleinen aber feinen hotel, und hör brasilianische musik, gesungen von einer brasilianerin auf brasilianisch, englisch, französisch, spanisch und japanisch. Und das in China – die ma chen da quantensprünge.

Viele schöne frauen gibt es hier, das is der wahnsinn. China hat die meisten schönen frauen der welt, is aber auch nich schwierig bei der grösze der bevölkerung. Trotzdem, auch in relativen zahlen schnei den si gut ab, es sei denn, man hat für ostasiatinnen absolut nix übrig. Die hälfte der frauen hat einen pferdeschwanz, die hälfte der restlichen hälfte die prinz-eisenherz-frisur, also wie nachttopf überm kopf und alles andere wegschnei den, un die andere hälfte der restlichen hälfte trägt alles mögliche. Autos sieht man nur grosze. Wenn die leute wenig geld ha ben, fahren sie mit den öffis, wie die österreicher sa gen, mit dem fahrrad, mit dem elektrorad oder mit dem moped. Der näxte schritt is dann ein groszes auto, wenn man finanziell soweit is. Aber anscheinend möchte sich kein chinese mit einem Polo oder einem Fiat Uno blicken lassen.

Ich ge in ein chinesisches schnellrestaurant, dem Hot Pot. Ich will nur eine kleinigkeit essen – mindestens 2 mal am tag essen empfiehlt sich schon, wer weiss was ich in Nordkorea kriege. Also eine suppe. Hot soup, steht auf dem englishspra chi gen menü. Die frau fragt auf chinesisch was ich sonst noch will. Nix, danke, möchte nur eine kleinigkeit essen. Sie insistiert, ich muss noch was bestellen. Sie zeigt auf fleischgerichte. Nein, will ich nich, und am ende geb ich trotzdem nach. Dann zeigt sie auf die vegetarischen gerichte, um gottes willen, was muss ich hier alles essen? Nein nein, eine suppe und dann noch ein fleischgericht, mehr geht beim besten willen nich! Un si gibt auf. Hey, was sind diese komischen schwarzen platten auf dem tisch? Dann bringt man mir einen topf mit der suppe, stellt sie auf die schwarze platte, und macht die platte an, ach so, die platten sind elektro-öfen… Dann kommen schinkenrol len, un zwai schüsselchen mit gewürzen, dazu eine gelöcherte kelle, die lass i a ba li ba li gen. Ich nehm ein paar schinkenrollen, giess die heisse suppe drauf und dann die soszen mit den gewürzen. Als ich fast fertig bin, kommt die bedienung vorbei und lacht sich tot. Die leute vom nachbartisch auch. Das war keine suppe sondern eine sosze zum braten des schinkens, danach schöpft man die schinkenrollen vom topf ab und gibt si in den te la, mit den gewürzen. Naja, hat auch so geschmeckt, nur die schinkenrollen waren noch etwas eisig.